Ambulantes Zentrum für „Totes Meer“-Therapie

//Ambulantes Zentrum für „Totes Meer“-Therapie
In Deutschland leiden etwa 2,5 Millionen Menschen an Schuppenflechte (Psoriasis). Sie ist neben der Neurodermitis die häufigste chronische Hauterkrankung und geht oft einher mit einer sozialen Diskriminierung. Die Krankheit ist nicht heil-, aber behandelbar. Im Dermatologischen Zentrum in Bonn ist jetzt ein ambulantes Bade-Licht-Therapiezentrum (Balneo-Phototherapie) eröffnet worden, das vor allem Menschen mit Schuppenflechte ganz neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnet.

Die Balneo-Phototherapie ist auch als „Totes Meer“-Therapie bekannt. Die Bedingungen am Toten Meer – die Kombination von salzhaltigem Wasser (Sole) und Sonne – werden aufgegriffen und in einer sehr erfolgreichen Therapie in unseren Breitengraden umgesetzt. Bislang wurde die Balneo-Phototherapie nur in bestimmten Kliniken angeboten und die Patienten mussten dafür neben der Anfahrt auch einen langen stationären Aufenthalt auf sich nehmen. Jetzt haben es die Betroffenen im Großraum Bonn leichter und können ganz bequem und ohne großen Aufwand die Behandlung am Heimatort durchführen. Die Therapie besteht aus der kombinierten Anwendung eines Bades mit einer speziellen Medikamentenlösung und einer anschließenden Lichttherapie mit künstlichem UV-Licht verschiedener Wellenlängen. Im Vergleich zur alleinigen Phototherapie wird bei der Balneo-Phototherapie die Haut durch das Bad in der Sole vorbereitet, indem die obersten Hautschichten für die UV-Strahlung transparenter werden. Je nach Konzentration der Sole wird außerdem eine abschuppende Wirkung erreicht. Die Therapie lässt sich gut in den Alltag integrieren, macht einen zeitintensiven Aufenthalt zum Beispiel in Rehakliniken überflüssig und wird zudem noch von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

 

Professor Uwe Reinhold und Mitarbeiterin Laila Baabit

Professor Uwe Reinhold und Mitarbeiterin Laila Baabit

 

Während des Bades liegt der Patient/die Patientin durch eine Folie vom Wannenwasser getrennt in der Badelösung. Der Druck des Wassers sorgt für eine gleichmäßige Verteilung der Flüssigkeit auf den Körper. „Durch die integrierte Wannenheizung benötigen wir nur eine einzige Wannenfüllung pro Tag. Das Wannenwasser kann für alle Patienten nacheinander benutzt werden, da die Patienten durch die Folie keinerlei Hautkontakt mit dem Wasser haben. Dadurch ist uns ein schneller Wechsel zwischen den Patienten möglich und wir haben keine langen Wartezeiten“, erklärt Professor Dr. med. Uwe Reinhold vom Dermatologischen Zentrum Bonn Friedensplatz. Die ergonomische Wannenform ist mit einer extra abgeflachten Rückenlehne und Kopfmulde ausgestattet. In Verbindung mit dem großen Füllvolumen von 250 Litern wird der Körper des Patienten vollständig von der Badefolie und der Badelösung umhüllt. Im Anschluss an das Bad geht es in die UV-Kabine. „Die medisun 2800 Innovation bietet ein Höchstmaß an Sicherheit und Behandlungskomfort“, erklärt Oliver Schulze, Schulze & Böhm GmbH, der die Balneo-Phototherapie im ambulanten Zentrum technisch eingerichtet hat.

„Da bei der Krankheit auch der Faktor Stress eine große Rolle spielt, haben wir mit diesem neuen Zentrum nicht nur einen effektiven zentralen Behandlungsort geschaffen, sondern durch die Ausstattung und Aufteilung der Räume einen Platz zum Wohlfühlen und Relaxen“, erklärt Uwe Reinhold. Menschen mit Schuppenflechte haben nicht nur mit stark juckenden, geröteten und schuppenden Hautstellen zu kämpfen, sondern auch damit, dass viele Menschen mit Ablehnung auf die nichtansteckende Krankheit reagieren. Ein Besuch im Schwimmbad oder in der Sauna kann zu einem Spießrutenlauf werden. Umso angenehmer ist es, einen Behandlungsort zu haben, an dem man Gleichgesinnte trifft und sich eine kurze Auszeit nehmen kann. Die Räume sind hell und freundlich, es läuft leise Musik – die Patienten können sich während ihres Bades völlig entspannen. „Die Balneo-Phototherapie eignet sich auch sehr gut zur Behandlung anderer Hauterkrankungen wie zum Beispiel Neurodermitis. Aber gerade für Patienten mit Schuppenflechte führt sie zu deutlich mehr Lebensqualität“, betont Reinhold.

www.derma-bonn.de

 

Fotos: Oliver Schulze (2)