Sie ist fruchtig, spritzig und erfrischend – die Bowle, das Partygetränk der 1970er Jahre. Lange war sie verpönt, jetzt schmeckt sie uns wieder.

Im Sommer verbringt man am liebsten jede freie Zeit auf der Terrasse, im Garten oder in Parks. Wir treffen uns mit Familie und Freunden in geselliger Runde. Dabei dürfen erfrischende Getränke nicht fehlen. Bowlen waren in den Siebzigerjahren die Partykracher schlechthin. Mit ihnen waren gute Stimmung und lange Abende garantiert. Dann verschwand die Bowle plötzlich. Es war völlig uncool sie zu trinken, stattdessen kamen irgendwann Aperol Spritz und Hugo in die Gläser. Doch seit einiger Zeit erlebt die Bowle ihre Renaissance. Beim Anrichten und Servieren sind nur ein paar Dinge zu beachten und schon erlangt das ehemalige Ballgetränk auch bei Ihren Gästen seine alte Beliebtheit zurück.

Das Grundprinzip, nach dem jede Bowle funktioniert, lautet: Früchte werden in Alkohol eingelegt und kurz vor dem Servieren mit Sekt oder Prosecco, Wein und Mineralwasser aufgegossen. Ganz wichtig ist die Qualität der Zutaten. Ein No-Go sind Dosenfrüchte, die in ihrer Blechhülle bis zu ihrer Befreiung dahinvegetiert haben. Frisches reifes Obst ist das oberste Gebot für eine gute Bowle, ebenso wie ein guter Wein und Sekt. Der Zusammenstellung der Früchte sind eigentlich kaum Grenzen gesetzt, hier kann man ruhig schon einmal Kreativität zeigen. Allerdings spricht auch nichts dagegen, ein monothematisches Getränk zu servieren. Erdbeer- oder Pfirsichbowle zum Beispiel. Erdbeeren sind allerdings sehr sensibel und werden schnell matschig, daher ist es ratsam, sie erst kurz vor dem Servieren dazuzugeben. Ansonsten werden größere Früchte vorsichtig in mundgerechte Stücke geschnitten, sodass man sie später mit einer kleinen Gabel gut aus dem Glas herauspicken und genießen kann.

 

bowle

 

Sehr aromatisch werden Bowlen, wenn man sie mit frischen Kräutern ansetzt. Ein Klassiker ist dabei die Maibowle, in die frischer Waldmeister gegeben wird. Aber auch Basilikum passt gut zu Erdbeeren und Minze harmoniert mit Honigmelone und Limette. Pfirsich versteht sich gut mit Rosmarin. Früchte und Kräuter können in fast allen Spirituosen ziehen. Rum, Wodka, Gin und die diversen Liköre sind alles ideale Partner. Guter Wein oder Sekt runden den Klassiker ab.

Genauso wichtig wie die guten Zutaten ist aber auch die stilvolle Präsentation dieses Sommergetränkes. Aus einem schönen Bowlengefäß in Gläser und nicht in Plastikbecher gefüllt, schmeckt es daraus gleich viel besser. In diesen Zusammenhang gehört es, dass nie Eis in eine Bowle gegeben werden sollte, denn dann verwässert sie und schmeckt nicht mehr. Zum Kühlen der Köstlichkeit kann man das Bowlengefäß in eine mit Crushed-Eis gefüllte Schüssel stellen.

Seinen Namen verdient der süffige Durstlöscher im Übrigen der Form des Gefäßes, in dem er serviert wird. Es sieht wie eine etwas überdimensionierte Suppenschüssel aus. Und das englische Wort für Schüssel lautet „bowl“. 

 

bowle himbeerbowleHIMBEERBOWLE

Zutaten für 8 Portionen:
250 g frische Himbeeren
750 ml kalter Roséwein
4 Stangen Zitronengras
80 g Zucker
150 g TK-Himbeeren
750 ml kalter Rosésekt

Zubereitung
Die frischen Himbeeren in ein Bowlengefäß geben und mit Wein übergießen. Zugedeckt mind. 30 Min. kaltstellen.

Zitronengrasstangen halbieren und am besten mithilfe eines Stieltopfes flachklopfen. Mit 150 ml Wasser und Zucker im Topf aufkochen und bei mittlerer Hitze 5 Min. sirupartig einkochen. Den Topf vom Herd ziehen, TK-Himbeeren untermischen und alles 20 Min. ziehen lassen.

Den Zitronengras-Himbeer-Sirup durch ein feines Sieb gießen und 10 Min. abtropfen lassen (nicht durchdrücken!). Sirup zum Himbeerwein geben und kurz vor dem Servieren mit Sekt aufgießen.

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