Zwei Künstler, zwei ganz unterschiedliche Kunstformen, doch ein Ziel: Klangkünstler Nils Mosh aus Essen sowie Kinetikkünstler Willi Reiche aus Wachtberg nehmen mit der genreübergreifenden Ausstellung „Von Höhen und Tiefen“ ein Kunstprojekt in Angriff, das durch kombinierte Kunstformen visuell, akustisch sowie als Gesamtwerk möglichst niederschwellig eine breite Bevölkerung erreichen möchte. Ilka Wonschik, Museumsleiterin des Hauses der Seidenkultur in Krefeld, kuratiert die Doppelausstellung. Sie ist vom 3. Mai bis 14. Juni 2026 im Haus der Seidenkultur sowie vom 15. Mai bis 28. Juni im historischen Klärwerk Uerdingen zu sehen. Gefördert wird sie vom LVR-Dezernat Kultur. Das Projekt greift den industriekulturellen Wandel auf, der bis heute prägend ist für unsere Gesellschaft, unsere Arbeitswelten, Lebensräume und Lebensweisen.

Die beiden Häuser – das Haus der Seidenkultur und das historische Klärwerk – wirken auf den ersten Blick höchst unterschiedlich, was Architektur, Ambiente und einstige Nutzung betrifft. Beide Industriedenkmäler stehen aber in einem wesentlichen Bezug zueinander und zur industriekulturellen Entwicklung am Niederrhein. Diese Zusammenhänge und die „Höhen und Tiefen“ einer wechselvollen Krefelder Kulturgeschichte vermitteln Willi Reiche und Nils Mosh in einer neuartigen Zusammenführung ihrer unterschiedlichen Kunstformen. Die Ausstellungsgäste werden interaktiv einbezogen und durch visuelle und akustische Anspielungen und Zitate emotional erreicht. Die Ausstellungszeiträume in beiden Häusern sind zeitlich leicht versetzt; an beiden Orten wird die Ausstellungsthematik von Rahmenveranstaltungen begleitet. Das Gesamterlebnis aus kinetischer Kunst und Klangkunst spricht gleich mehrere Sinne an. 

Die Künstler möchten mit dieser kombinierten Präsentationsform ganz unterschiedliche Menschen erreichen und zusammenbringen. Die Besucher können in neue Erfahrungswelten emotional eintauchen und sie gemeinsam entdecken – unabhängig von Alter, Geschlechtsidentität, Herkunft, Religion, Bildung oder sonstigen Kriterien. Unterhaltsam und augenzwinkernd humorvoll, mal offensichtlich, mal hintergründig, soll die Identifikation mit der Region und das Miteinander gestärkt werden. 

Die Ausstellung regt zur Auseinandersetzung mit unserem kulturellen Erbe an. Sie verdeutlicht, wie wichtig Denkmäler für unser Bewusstsein sind und setzt gleichzeitig einen Fokus auf den Stellenwert des Ehrenamtes. Die Besonderheit liegt in der Interaktion und Intensität des immersiven Erlebnisses an zwei historischen Orten, die auch überregional von großer Bedeutung und in dieser Art in Deutschland einzigartig sind. Mosh und Reiche, die hier Klang, kinetische Kunst und Krefeld verknüpfen, sind beide international tätig und haben sich in ihrem Genre einen Namen geschaffen.

Orte und Öffnungszeiten:

Haus der Seidenkultur, Luisenstraße 15, 47799 Krefeld, 3. Mai bis 14. Juni 2026, Mi., Do., Fr. von 15:00 bis 18:00 Uhr und sonntags von
13:00 bis 17:00 Uhr
Historisches Klärwerk Uerdingen, Rundweg 20–22, 47829 Krefeld (Uerdingen), 15. Mai bis 28. Juni 2026 jeweils Sa. und So. von 11:00 bis 16:00 Uhr

Fotos: Tania Beilfuß