Hocker aus Beton, Tische aus Beton und Sideboards ebenfalls aus Beton: Wer hätte gedacht, dass der spröde Werkstoff einmal Einzug in unsere Wohnzimmer hält. Und nicht nur dort ist er zu finden. Es gibt auch Bad- und Küchenmöbel aus dem grauen Material. Architekten fasziniert der alte Baustoff schon seit Langem. Neuerdings haben ihn auch Möbel- und Produktdesigner für sich entdeckt.

Beton ist ein Naturprodukt: Zement aus Kalkstein und Ton wird mit Sand oder Kies und Wasser vermischt. Auf der Baustelle wird die anfangs flüssige Masse zwischen Schalbretter gegossen. Beim Aushärten bindet er dann ab und wird fest. Immer mehr Häuser werden heute – zumindest im Sockelbereich – in Sichtbeton errichtet. Die Wirkung ist kühl, minimalistisch und sehr ursprünglich. Im Möbelbau sind die gestalterischen Möglichkeiten vielfältiger. Der Beton wird nicht mehr unbedingt in Schalungen gegossen, denn das macht das Möbel sehr schwer. Viele Designer arbeiten mit dünneren Materialstärken und schlanken, großformatigen Betonplatten und wenden bei der Fertigung schreinerisches Handwerk an.

Was Betonmöbel so einzigartig macht, ist ihre Oberfläche – und diese kann von den Designern und Möbelbauern beeinflusst werden. Entscheidend hierfür ist die Zusammensetzung des Materials. Je nachdem, wie grob oder feinkörnig die Bestandteile der Betonmischung sind, ist die Oberfläche später rau oder eher fein. Auch die kleinen Lufteinschlüsse verleihen Betonmöbeln eine schöne Struktur. Beton hat zudem keine Berührungsängste und lässt sich wunderbar mit anderen Materialien wie Glas, Holz oder auch Aluminium kombinieren.

Konstatin Grcic ist ein deutscher Designer, der bereits 2004 für den italienischen Hersteller Magis einen Drehstuhl mit einem Betonfuß entwarf. Der „Chair One“ ist heute eine Ikone des Designs und besticht durch die Kombination aus geometrischen Formen und dem Baustoff Beton. Der „Chair One“ ist im Innen- und Außenbereich einsetzbar. Der Sockel hat die Form eines Kegels, auf dem die geometrisch konzipierte Sitzfläche aus Aluminium-Druckguss ruht – ein sehr reizvoller Kontrast, der das extravagante Erscheinungsbild des Chairs prägt. Konstantin Grcic hat am Parnham College in England eine Ausbildung zum Möbeltischler gemacht, bevor er dann von 1988 bis 1990 am Royal College of Art in England im Fach Design studierte.u

Magisdesign.com

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Christian König ist der kreative Kopf hinter dem Hanauer Unternehmen „Formdimensionen – Concrete Living Betonmöbelmanufaktur“. Nachdem König zunächst einige Jahre im Bereich der bildenden Kunst unterwegs war, verlegte er seinen Schwerpunkt auf Holz und Skulptur. Da einige Skulpturen einen stabilen Fuß benötigten, kam der Werkstoff Beton ins Spiel. Durch die Mitarbeit bei verschiedenen Holzgestaltern und nachdem König schon erste Beton-Accessoires kreiert hatte, kam die Idee auf, die beiden Materialien Holz und Beton in Möbelunikaten zu vereinen. Die ersten Lowboards und Hocker aus Beton entstanden. König arbeitete zunächst aus einer Garage heraus und wechselte aufgrund steigender Nachfrage in eine eigene Werkstatt. Formdimensionen fertigt heute Möbel für alle Wohnbereiche und konzipiert ganze Raumkonzepte für den gewerblichen wie auch den privaten Bereich.

formdimensionen.com

Beton wirkt auch im Bad sehr schick.

Lowboard-urban_box_wood_Formdimensionen

Beton-Lowboard Urban Box
Es dient wahlweise als Mediaboard oder auch als Sitzbank. Die zugehörigen Fronten sind individualisierbar mit Holz, Kupfer oder Messing. Der Korpus ist in klassischem Betongrau und in abgestuften Grautönen bis hin zu Lavaschwarz erhältlich.

Schreibtisch Tabula Cosmos
Alles andere als langweilig, schaffen die harmonischen Kurven des TABULA COSMOS einen fließenden Übergang von Ablagefläche, Arbeitsplatz und Besprechungstisch und sorgen auf jeden Fall für einen Wow-Effekt in Ihrem Arbeitszimmer.

Die Betonmöbelserie CO33 vereint industriellen Charme mit organischer Funktionalität. Hinter ihr steht Gregor Uhlmann. Der gelernte Möbeltischler und Leiter eines Bauunternehmens realisierte mit ihr die Idee, eine Möbelserie aus Beton zu entwickeln, die durch sanfte Schwünge und schlichte Perfektion – hauchdünn gegossen und ohne schwere Bewehrungen – reizt. Uhlmann: „Man könnte sagen: Ich liebe Holz, dessen Eigenschaften und die unzähligen Verarbeitungsmöglichkeiten. Immerhin fing damit auch meine handwerkliche Karriere an. Holz verleiht Formen individuellen Charakter, es ist flexibel, formbar, und strahlt viel Wärme aus. Also suchte ich einen Weg, diese Attribute auf meine unternehmerische Zukunft, die Arbeit mit Beton, zu übertragen, dem Werkstoff das Gefühl von Leichtigkeit zu verleihen und den bekannten starren Formen neuen Schwung zu geben … und entwickelte CO33.“ 2014 ging CO33 in Produktion. Die spezielle Rezeptur: Ein Mix, der weiche Rundungen, klare Linien und individuelle Maserung ermöglicht, dabei aber nicht an Stärke verliert. CO33-Möbel besitzen die Filigranität von Holz kombiniert mit der Härte und Tragfähigkeit von Beton. Dafür sei keine schweren Stahlbewehrungen nötig, nur statisches Know-how und funktionales Design, so das Unternehmen.

co33.de

TV-Board Opus Videro Lignum
Mit einem hochwertigen herausnehmbarem Einsatz aus massiver deutscher Eiche vereint das Board mühelos die Werkstoffe Beton und Holz.

Sitzhocker Angulus Mutatio // Feuerstelle Opus Ignis // Pflanzkübel Opus Satio
Die Betonmöbel-Kollektion ist ein handgefertigtes Highlight für jeden Außenbereich.

2007 wurde in Leipzig die Betonmöbelmanufaktur Betoniu gegründet. Dahinter steht ein siebenköpfiges Team, das von der Neugier auf die Fähigkeiten des Materials Beton immer wieder angetrieben wird, seine Grenzen auszuloten. Von Leipzig aus finden die Wohnaccessoires und Möbel ihren Weg in die ganze Welt – motiviert von der Überzeugung, dass Designanspruch und qualitativ hochwertige Umsetzung nicht nur großen Marken vorbehalten ist. Betoniu partizipiert heute an nationalen und internationalen Entwicklungsprojekten, in denen es unter anderem darum geht, wie der Werkstoff Beton für weitere Märkte erschlossen werden kann. Der Beton-hocker Lito 1 steht für eines der hochwertigen Möbel der Leipziger Manufaktur. Lito 1 wurde von Stephan Schulz entworfen und erhielt 2016 den German Design Award Special. Arbeiten von Schulz wurden auf zahlreichen Messen und Ausstellungen gezeigt, unter anderem im Vitra Design Museum in Weil am Rhein und auch im Grassimuseum Leipzig. Die Möbel sind ebenfalls im Bestand der „Neuen Sammlung“ der Pinakothek der Moderne zu finden.u

betoniu.com

Ein Materialmix, der sitzt: Stahl und Beton.

Tisch Sinus und Hocker Lito 1
Klare Winkel prägen das tragende Element und finden sich auch in der Linienführung der Sitzfläche wieder, die leicht abgeschrägt nicht nur ergonomisch ist, sondern Lito 1 auch zum Gartenmöbel macht. Denn hier kann Regenwasser direkt wieder abfließen.

Sideboard Tobias
Beton schwarz, gebürstet und in Kombination mit Eiche wirkt edel und elegant.

Bank Anne // Tisch Adrian
Feine Elemente aus dünnen Betonplatten präzise verarbeitet.

Beton – leicht, pur, maßgeschreinert

Die oberfränkische Manufaktur Efecto fertigt massiv erscheinende Leichtgewichte, die keine speziellen Anforderungen an die Statik eines Hauses stellen. Die Geschichte des Unternehmens begann 2008. Die Leidenschaft zu Beton und die Möglichkeit, glasfaserbewehrte Betonplatten schreinerisch zu verarbeiten, machte Efecto zu Betonschreinern. Es werden 13 Millimeter dünne, glasfaserbewehrte Betonplatten auf Gehrung gesägt und fugenlos zusammengefügt. Das Ergebnis ist nicht nur leicht, sondern auch zeitlos schön. Bei Efecto muss der Beton auch nicht unbedingt nur grau sein, sondern man kann für Feuerstellen, Theken, Tische und Arbeitsflächen zwischen sieben Farben wählen. Abhängig vom Einsatzwunsch sowie von den Anforderungen an die Betonoberfläche stehen außerdem unterschiedliche Arten der Oberflächenbehandlungen zur Auswahl.

efecto.de