Sie wurde oft kopiert, aber nie erreicht: die legendäre Bauhaus-Leuchte von Wilhelm Wagenfeld. Er ist einer der einflussreichsten Pioniere der modernen Produktgestaltung in Deutschland. Seine mehrfach ausgezeichnete Leuchte hat einen festen Platz unter den Ikonen des Designs.

 

Alle heutigen Reeditionen der Wagenfeld-Leuchte WG24 entsprechen den Maßen und Proportionen des Originals. Besonders charakteristisch: der weiße, fast halbkugelförmige Schirm aus mundgeblasenem Opalglas und die runde gläserne Fußplatte mit dem Tecnolumen/Bauhaus-Stempel.

Alle heutigen Reeditionen der Wagenfeld-Leuchte WG24 entsprechen den Maßen und Proportionen des Originals. Besonders charakteristisch: der weiße, fast halbkugelförmige Schirm aus mundgeblasenem Opalglas und die runde gläserne Fußplatte mit dem Tecnolumen/Bauhaus-Stempel.

Wagenfeld, 1900 in Bremen geboren, wurde mit 23 Jahren am Bauhaus in Weimar als Silberschmiedgeselle aufgenommen. Nur ein Jahr später entwarf er unter dem Bauhaus-Meister László Moholy-Nagy die Leuchten „MT 8“ und „MT 9“ – beide als Entwurf für sogenannte Bauhaus-Leuchten gefertigt. „MT 8“ ist die Version mit Metallfuß, „MT 9“ die Variante mit gläserner Fußplatte. Seit 1980 werden beide Modelle in autorisierter Reedition durch das Bremer Unternehmen Tecnolumen produziert.

1978 haben Tecnolumen-Gründer und -Inhaber Walter Schnepel und Wilhelm Wagenfeld neue Pläne zur Serienfertigung der berühmten Leuchte entwickelt. Dabei standen sie jedoch vor einer großen Herausforderung: Die meisten Bauteile der Leuchte müssen handgefertigt werden. Daran war schon in den 1920er Jahren die kommerzielle Vermarktung gescheitert. Das Unternehmen und der Designer fanden jedoch eine Möglichkeit.

Alle Reeditionen, wie es sie heute von Tecnolumen gibt, entsprechen den Maßen und Proportionen des Originals. Besonders charakteristisch sind der weiße Schirm aus mundgeblasenem Opalglas, die runde gläserne Fußplatte sowie der gläserne Schaft, durch den ein Metallrohr läuft, das die elektrische Schnur verbirgt. Die Fassung der Lampe weist die Tülle für die Zugschnur auf. Dank der vernickelten Oberfläche erhält sie mit der Zeit die typische, leicht gelbliche Patina. „Keine der damals entworfenen Leuchten zeigt den Gestaltungswillen des Bauhauses so deutlich, wie die Wagenfeld-Tischlampen in ihrer auf das Wesentliche reduzierten Form. Die zeitlose Qualität der Entwürfe Wagenfelds überzeugt uns immer wieder – auch nach über 30 Jahren der Herstellung. Gleichzeitig gibt die Lampe  uns den Maßstab vor, den wir den heutigen Entwürfen lebender Designer anlegen“, erklärt Carsten Hotzan, Tecnolumen-Geschäftsführer.

Wagenfeld hat bis 1978 für viele namhafte Hersteller von Gebrauchsgütern wie beispielsweise WMF, Braun oder Rosenthal gearbeitet. Der Designer ist 1990 gestorben. Seine Leuchte wurde in die Sammlung des Metropolitan Museum of Art in New York aufgenommen. Auch andere Arbeiten von Wagenfeld  haben nichts von ihrer Modernität verloren und werden heute wieder hergestellt.

Titelbild: Zeitloser Design-Klassiker: An Glas faszinierte Professor Wilhelm Wagenfeld „der Zauber gefrorenen Lichts“.

Fotos: TECNOLUMEN (2)