Unsere schöne Musikstadt ist nun um eine Institution der virtuosen Klaviermusik reicher: Im September wurde das Joseph-Woelfl-Haus mit Werken des berühmten Komponisten und Beethoven-Zeitgenossen Joseph Johann Baptist Woelfl eröffnet und legte damit den Startschuss für eine vielversprechende Konzertreihe.

 

Architektur und Konzept der im Stadtteil Lessenich gelegenen Veranstaltungs- und Begegnungsstätte sind darauf ausgerichtet die Bedeutung des Komponisten und Pianisten Joseph Johann Baptist Woelfl (1773-1812) zu würdigen und seine zunehmend in Vergessenheit geratenen Werke bekannt zu machen. Vor allem aus dieser Herzensangelegenheit heraus habe die Pianistin und Musikwissenschaftlerin Margit Haider-Dechant, Vorstandsvorsitzende der Joseph-Woelfl-Stiftung Bonn, gemeinsam mit ihrem Mann, dem Dirigenten, Musikwissenschaftler und Verleger Hermann Dechant, ihren Lebensmittelpunkt vor einigen Jahren von Wien nach Bonn verlegt. Sie erläutert den Gewinn für die Bundesstadt mit den Worten: „Woelfl als Exponent der virtuosen Stilrichtung vervollständigt das Spektrum, das Bonn wie keine andere Stadt der Welt auf dem Gebiet der Klaviermusik repräsentiert, historisch wie in der Gegenwart.“

Das Gesamtverzeichnis des in Salzburg geborenen Komponisten und Schülers von Leopold Mozart umfasst 635 Werke, darunter zahlreiche virtuose Schöpfungen für das Klavier, so die weltberühmte Klavier-Sonate Op. 41 „Non plus Ultra“ mit dem legendären „Woelfl-Jump“. 1798 verwies Woelfl in einem sogenannten Piano-Duell in Wien über mehrere Tage den drei Jahre älteren Beethoven auf den zweiten Platz. „Für alle Beethoven-Verehrer gerade in Bonn“, schlägt Haider den Bogen, „gewiss eine pikante Vorstellung, die auf den Sieger dieses Wettbewerbs und seine originäre pianistische Linie einfach neugierig machen dürfte.“ Das Neben- und Miteinander des Beethoven-, Schumann- und Woelfl-Haus in Bonn sehe die neugegründete Stiftung ohnehin als wertvollen Austausch und wechselseitige Anregung, auf keinen Fall aber als Rivalität.

Eröffnet wurde das mit Bibliotheken, einem Seminarraum und einem Konzertsaal mit Studio-Einrichtung ausgestattete Joseph-Woelfl-Haus mit einem Konzertprogramm – ganz im Zeichen der Zielsetzung des Projekts. Mit dem musikalischen Festakt wurde zugleich der Beginn einer Konzertreihe mit jährlich zehn Konzerten unter dem Titel „Joseph Woelfl und …“ angestimmt. Mit den Konzerten sollen vor allem junge Talente die Möglichkeit erhalten, ihr Können einem breiten Publikum zu präsentieren.

 

Weitere Informationen finden Sie auf der Website und Facebook-Seite des Joseph-Woelfl-Hauses Bonn.

 

Bild: Oper „Das schöne Milchmädchen“ von Joseph Woelfl