Es gibt immer wieder Kinofilme, die in der Versenkung verschwinden. Nebst vielen anderen Gründen geraten Originalwerke zumindest zeitweilig in Vergessenheit, entweder weil eine Neuverfilmung in aller Munde ist oder schlechte Kritiken jeglichen Diskurs schon im Keim ersticken, bevor sich potenzielle Kinogänger selbst ein Bild machen können. Manche guten Filme sind erfolgreich, schaffen jedoch nicht den anvisierten Durchbruch. Man kann diese Umstände niemandem übel nehmen, das gehört dazu. Deshalb ist es gut, wenn Vereinzelte ein offenes Auge haben und etwaigen Filmen nachträglich ihren verdienten Platz geben. Wir haben Ihnen vier Kandidaten herausgesucht.
Außerdem haben wir ein weiteres Quartett aufgestellt: berühmte Cocktails und ihre Filmauftritte. Wir stellen Ihnen legendäre Mixgetränke vor, die einen ebenso großen Ruf haben wie die Filmstreifen, in denen sie eine nicht unerhebliche Rolle spielen. Das passende Rezept verraten wir natürlich auch. Der Sommer kann also kommen!

The Mule (2018)

Altmeister Clint Eastwood versucht es à la Breaking Bad? Nicht ganz. Eigentlich gar nicht, auch wenn der Film als nervenkitzliges Drogenkartell-Drama beworben wurde. Tatsächlich liefert die Hollywood-Ikone ein ruhiges und witziges Roadmovie ab. Und zum ersten Mal seit Gran Torino (2008) steht Eastwood sowohl vor als auch hinter der Kamera – und glänzt! Dieser Film made my day …

In der auf einer wahren Begebenheit basierenden Geschichte spielt Eastwood den hochverschuldeten Weltkriegsveteranen Earl Stone, der in seinen späten Achtzigern vor der Zwangsvollstreckung seines Unternehmens steht. Dann bekommt der charmante Florist und Lebemann ein Jobangebot, bei dem er nur Auto fahren soll. Ohne es zu wissen, hat Earl als Drogenkurier für ein mexikanisches Kartell angeheuert. Er macht seinen Job gut – sogar so gut, dass er immer wertvollere Frachten bekommt und mit dem Geld, das er verdient, seinen Freunden großzügig unter die Arme greift. Doch dann ändert sich die Agenda seiner Auftraggeber, die Earl nun strenger beobachten, und DEA-Agent Colin Bates (Bradley Cooper) kommt den Drogenschmugglern immer näher. Auch wenn seine Geldprobleme nun der Vergangenheit angehören, belasten Earl die Fehler seiner Vergangenheit zunehmend. Und es ist ungewiss, ob er noch genug Zeit hat, diese wiedergutzumachen, bevor ihn das Gesetz oder das Kartell aus dem Verkehr ziehen.

Filmtipps The Mule © 2019 Warner Home Video – Blu-ray
The Mule, © 2019 Warner Home Video – Blu-ray
Filmtipps The Mule © 2019 Warner Home Video – Blu-ray

Es ist zwar unglaubwürdig, dass ein mit rund 90 Jahren alter, aber keineswegs seniler Veteran überrascht ist von der „unscheinbaren“ Drogenfracht seiner Auftraggeber. Und nicht nur die Hauptfigur, sondern der Film selbst ist eine bisweilen etwas naive beziehungsweise verspätete Auseinandersetzung mit schwierigen Themen wie Gerechtigkeit, Freiheit, Familie und Rassismus. Aber der Film konzentriert sich mit Bravour aufs Wesentliche: Versöhnung. Der sture alte Mann lernt von der jüngeren Generation und umgekehrt. Dabei gibt es viel zu lachen, wenn beispielsweise Earl mit seiner Gelassenheit (oder Ignoranz) den glatzköpfigen Gangstern mit ihren polierten Pistolen und ihrem endlosen Heer von anbiedernden Bikini-Girls erklärt, wie man lebt – und mit Humor lernt man bekanntlich am besten! The Mule ist ein wunderschön gefilmter und unterhaltsamer Selbstfindungstrip, der seine Botschaft klar vorträgt: Für Veränderung ist es nie zu spät, auch wenn man dafür einen hohen Preis bezahlen muss. Außerdem ist es sinnvoller zuzuhören, genau hinzusehen und miteinander zu reden, als schnelle und kurzsichtige Lösungen zu fordern. Mit diesem Plädoyer rührt Eastwood zu Tränen.

Ballon (2018)

Wer den Namen Michael „Bully“ Herbig hört, denkt vermutlich sofort an den Komiker der „Bullyparade“ oder dessen Film „Der Schuh des Manitu“, einen der erfolgreichsten deutschen Kinofilme überhaupt. Man kann gar nicht anders. Damals dachte ich selbst: Kann Bully eigentlich irgendetwas anderes? Nach diversen weiteren Filmprojekten und insbesondere diesem Thriller frage ich mich: Was kann dieser Mann eigentlich nicht?

Ballon © STUDIOCANAL Home Entertainment – Blu-ray
Ballon, © STUDIOCANAL Home Entertainment – Blu-ray

Sommer 1979 in Thüringen. Die Familien Strelzyk und Wetzel haben über zwei Jahre hinweg einen waghalsigen Plan geschmiedet: Sie wollen mit einem selbst gebauten Heißluftballon aus der DDR fliehen. Doch der Ballon stürzt kurz vor der westdeutschen Grenze ab. Die Stasi findet Spuren des Fluchtversuchs und nimmt sofort die Ermittlungen auf, während die beiden Familien sich gezwungen sehen, unter großem Zeitdruck einen neuen Flucht-Ballon zu bauen. Mit jedem Tag ist ihnen die Stasi dichter auf den Fersen – ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Und was für einer! Obwohl der Ausgang der Geschichte hinlänglich bekannt ist, treibt sie ein äußerst spannendes Spiel mit dem Zuschauer. Von Beginn an wird eindringlich vorgeführt, wie gefährlich der Fluchtversuch ist, als der erste prompt schiefgeht. Es gibt nicht viel Exposition und das ist auch gut so. Der Film gibt direkt ein hohes Tempo vor und reiht Szene an Szene und Beat an Beat, während alle Hintergrundinformationen nach und nach beigefügt werden. Fast schon etwas zu viel des Guten, aber immer 100 Prozent effektiv sind die stellenweise bewusst widersprüchlichen und deshalb irreführenden Schnitte. Nicht selten wird sich klassischer Horrorfilmelemente bedient, die die Ängste der Familienmitglieder im Überwachungsstaat unterstreichen. Als Zuschauer fühlt man sich in keiner Sekunde sicher, die Verzweiflung der Protagonisten ist ergreifend. Je näher das Ziel rückt, desto mehr sorgt man sich, das waghalsige Unterfangen könnte doch nicht glücken. Erst ein knochentrockener und bissiger Witz ganz am Ende des Films löst die Spannung. Auch wenn Bully sich mit diesem Werk in der deutschen Auswahl für das Oscar-Rennen dieses Jahr nicht durchsetzen konnte, hat der Regisseur einem der spektakulärsten Fluchtversuche aus der DDR die wohl bestmögliche Verfilmung beschert.

Ballon © STUDIOCANAL Home Entertainment – Blu-ray
Ballon © STUDIOCANAL Home Entertainment – Blu-ray

Ghost in the Shell (1995)

Sicherlich kennen Sie die Matrix-Trilogie. Die Inspiration dafür ist Ghost in the Shell, der bahnbrechende Anime, mit dem Regisseur Mamoru Oshii die ziemlich komplexe und philosophische Manga-Vorlage von Masamune Shirow kongenial auf Spielfilmlänge komprimierte. Die umstrittene Hollywood-Realverfilmung von 2017 hat thematisch übrigens wenig mit diesem Kunstwerk zu tun. Ursprünglich geht es um Folgendes:

einen kleinen, nicht synthetisch herstellbaren menschlichen Teil: ihr Gehirn. Eingeschlossen in einer Art Biokapsel, der „Shell“, verfügen diese Menschmaschinen also über ein menschliches Zerebrum und folglich auch über eine Identität und Persönlichkeit, die gemeinhin als „Ghost“ bezeichnet wird. In dieser futuristischen Zeit wird die Gesellschaft von einem mysteriösen Hacker terrorisiert, der in der Lage ist, die Shells seiner Opfer jederzeit und überall zu durchbrechen und so die Cyborgs seinem Willen unterzuordnen. Dieser drastische Autonomieverlust ruft die Spezialeinheit der japanischen Regierung Sektion 9 auf den Plan. Das Team um Major Motoko Kusanagi, die selbst ein Cyborg ist, soll den Terroristen, der passenderweise „Puppet Master“ genannt wird, aufspüren. Während der zum Teil auch digitalen Jagd stürzt Kusanagi in eine handfeste Identitätskrise. Sie erhofft sich vom Puppet Master Antworten auf ihre Fragen bezüglich ihres eigenen Ghosts, wodurch der Regierungsauftrag zur persönlichen Angelegenheit wird.

Filmtipps Ghost in the Shell ©1995 Masamune Shirow/Kodansha Ltd./ Bandai Visual Co., Ltd./Manga Entertainment
Filmtipps Ghost in the Shell ©1995 Masamune Shirow/Kodansha Ltd./ Bandai Visual Co., Ltd./Manga Entertainment
Ghost in the Shell, ©1995 Masamune Shirow/Kodansha Ltd./Bandai Visual Co., Ltd./Manga Entertainment

Dieses Juwel des Cyberpunk-Genres hat ebenjenes und die Filmkultur insgesamt in gleich zweierlei Hinsicht maßgeblich beeinflusst. Zum einen hat der Film mit seiner gekonnten Mischung aus animierten Zeichnungen und computergenerierten Bildern die Tore technischer Möglichkeiten für zukünftige Trickfilme besonders weit geöffnet. Zum anderen schafft es Ghost in the Shell komplexe philosophische Themen in eine packende Geschichte zu integrieren, die anspruchsvoll, aber nie abgehoben ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen und insbesondere der Hollywood-Adaption dieses Animes selbst wirft Ghost in the Shell nicht nur große Fragen auf, sondern diskutiert sie adäquat und macht deren Implikationen zum unabdingbaren Teil der Handlung: Was ist Leben? Woher weiß ein Cyborg trotz künstlichen Körpers, dass er noch Mensch ist? Was macht den Menschen überhaupt zum Menschen? Regisseur Oshii versteht es dabei, alle filmischen Mittel bedeutsam einzusetzen. Es gibt in diesem Film keine Bilder, die bloß der (actiongeladenen) Ästhetik wegen projiziert werden. Sie fügen sich mit den eindringlichen Dialogen und der fast schon sakral anmutenden Musik zu einem großen Kunstwerk. Atmosphärisch so dicht und so düster wie Blade Runner, aber im Gegensatz zu Ridley Scotts ebenfalls wegweisendem Realfilm von 1982 doch ausgefeilter und zugänglicher. Eine Meisterleistung!

Filmtipps Ghost in the Shell ©1995 Masamune Shirow/Kodansha Ltd./ Bandai Visual Co., Ltd./Manga Entertainment
Filmtipps Ghost in the Shell ©1995 Masamune Shirow/Kodansha Ltd./ Bandai Visual Co., Ltd./Manga Entertainment

Mother! (2017)

Der Kassenflop von Darren Aronofsky (Black Swan, Requiem for a Dream) war einer der kontroversesten Kinofilme 2017 und verleitete das Produktionsstudio Paramount Pictures im Zuge der hitzigen Diskussionen dazu, öffentlich eine Lanze für den eigenwilligen Regisseur zu brechen – zu Recht!

mother! ©“Mother!“ auf DVD & Blu-ray erhältlich (Paramount Pictures)
mother! ©“Mother!“ auf DVD & Blu-ray erhältlich (Paramount Pictures)
mother! ©“Mother!“ auf DVD & Blu-ray erhältlich (Paramount Pictures)

Ein namenloses Paar, gespielt von Jennifer Lawrence und Javier Bardem, zieht sich in ein schönes, wenngleich heruntergekommenes Haus zurück, um ein kleines Paradies zu erschaffen. Während sie aufopferungsvoll die Renovierung alleine vollzieht, ringt er als bekannter Autor mit einer Schreibblockade. Nach und nach tauchen fremde und ungeladene Gäste auf (u. a. Ed Harris und Michelle Pfeiffer), die der Schreiber herzlich, aber ohne Rücksicht auf den Argwohn seiner Frau ins Haus einlädt. Es werden immer mehr Fremde und das Chaos bricht über das Paar hinein, an dem jedoch nur sie zu zerbrechen scheint. Woher die Meute kommt, ist ein Rätsel, steht das Zuhause doch inmitten einer üppigen Sommerwiese umringt von schier endlosem Wald ohne jegliche Zufahrten. In den Wänden des Hauses entdeckt Jennifer Lawrence indes ein riesiges pulsierendes Herz und während sie versucht zu verstehen, was das alles zu bedeuten hat, stürzt sie in einen wahrhaftigen Alptraum.

Mother! ist wie ein Gedicht: tausend Minuten in zwei Stunden, die einem die Augen öffnen. Eine Tour de Force, zweifellos. Aber eine, die bereichernd ist für Kopf und Körper und der man all seine Sinne, Fantasie und Geduld schenkt. Denn die vielen skurrilen und teils absurden Szenen kündigen früh an, dass man sich in der Retrospektive auf eine ganz andere Art Film eingelassen haben könnte als zunächst angenommen. Genauer gesagt auf einen Arthouse-Film, der es tatsächlich geschafft hat, ein sattes Mainstream-Budget zu bekommen und somit wohltuende Abwechslung in die Blockbuster-Landschaft gebracht hat. Die bloße Existenz dieses Werkes zeigt, dass es um die Kinovielfalt nicht schlecht bestellt ist. Natürlich ist das allein kein Grund, Aronofskys Arbeit in den Himmel zu loben. Es ist sein sorgfältig konstruiertes Geflecht aus (Bibel-)Analogien, etlichen Verweisen auf verschiedene Aspekte des Lebens, gepaart mit einer unübersehbaren Hommage an Roman Polański. Konstant ruft der Regisseur Erinnerungen und Gefühle wach und führt den Zuschauer virtuos durch einen anspruchsvollen Alptraum, der sich als überwältigendes Mahnmal für unser menschliches Dasein aufstellt. 

mother! ©“Mother!“ auf DVD & Blu-ray erhältlich (Paramount Pictures)

COCKTAILS UND IHRE FILMAUFTRITTE

Guardians of the Galaxy Vol. I: © The Walt Disney Company (Germany) GmbH
Guardians of the Galaxy Vol. I: © The Walt Disney Company (Germany) GmbH
Guardians of the Galaxy Vol. I: © The Walt Disney Company (Germany) GmbH
Guardians of the Galaxy Vol. I: © The Walt Disney Company (Germany) GmbH

Piña Colada

Jeder kennt diesen Cocktail, aber spätestens seit James Gunns Kinohit Guardians of the Galaxy Vol. I (2014), in dem ein unfreiwilliger Haufen von Weltraumchaoten und Ganoven sich zusammenraufen muss, um die Galaxie vor dem wahnsinnigen Ronan zu retten, bekommt auch jeder sofort einen Ohrwurm. Das Lied Escape (The Piña Colada Song) von Rupert Holmes wurde bereits 1979 veröffentlicht und war auch damals schon ein Hit. 2014 landete er auf dem fast schon legendären Soundtrack des (Anti-)Superheldenfilms und begeistert seither auch eine neue Generation. „Na klar, der ist Hammer und die Musik erst! Ich liebe den Piña Colada Song!“, ist in etwa eine typische Antwort auf die Frage, ob jemand Guardians of the Galaxy gesehen hätte. Sie haben ihn noch nicht gesehen? Dann empfehlen wir dieses irrwitzige Abenteuer – und einen der besten Marvel-Filme überhaupt – mit passendem Cocktail nach folgender Zubereitung:

6 cl weißer Rum
10 cl Ananassaft
4 cl Cream of Coconut
1 Scheibe Ananas

Die Zutaten im Elektromixer gut durchmixen und in ein mit gestoßenem Eis halb gefülltes Fancyglas gießen. Mit Ananasstück und Cocktailkirsche garnieren und Film ab!

White Russian

Der Dude trinkt White Russian. Filmfans wissen das: Treue Verehrer der berühmtesten Filmfigur der Cohen-Brüder und des Protagonisten in The Big Lebowski (1998) tun es ihrem faulen Idol gleich und genießen den erfrischenden Milchdrink mit Wodka alljährlich zum Filmabend – natürlich im Bademantel, genau wie Jeff Bridges die Rolle seines Lebens verkörperte. Der Dude, wie er sich nennt, ist ein genügsamer arbeitsloser Kiffer, der eines Tages mit einem gleichnamigen Millionär verwechselt wird und im Zuge dessen in eine durchgeknallte Entführungsstory rutscht. White Russian trinkt man in verschiedenen Verhältnissen von Wodka, Milch und Kaffeelikör, aber ebenso schwören viele auf Schlagsahne anstelle der Milch oder peppen ihn noch mit etwas Kakaopulver auf. Der Dude selbst bereitet sein Lebenselixier immer nach Gefühl zu. Wer sich das nicht zutraut, kann getrost nach diesem Rezept mixen:

4 cl Wodka
2 cl Kaffeelikör
Leicht geschlagene Sahne

Wodka und Kaffeelikör im Rührglas mit Eiswürfeln gut vermischen und durch ein Barsieb in ein Stielglas abgießen. Die Sahne nach Belieben langsam auf den Drink gießen – ganz ohne Gefühl wäre es wirklich nicht im Sinne des Dudes!

Manhattan

Nachdem zwei Barmusiker in Chicago 1929 Augenzeugen eines Gangstermordes werden, sehen sich die beiden Männer gezwungen, als Frauen getarnt unterzutauchen. Natürlich bringt das so seine ganz speziellen Probleme mit sich. In Billy Wilders oft als die beste amerikanische Komödie aller Zeiten betiteltem Film Manche mögen’s heiß (1959) hat Marilyn Monroes Figur Sugar Kane die großartige Idee, die öde Zugfahrt ihres Jazzensembles zur Zeit der Prohibition mit einer heimlichen Cocktailparty aufzumischen. Konkret:

4 cl Canadian Whiskey
2 cl Vermouth Rosso
2 Spritzer Angostura

Die Zutaten in ein mit Eiswürfeln gefülltes Rührglas geben, gut vermischen und in ein gekühltes Cocktailglas abgießen. Eine Cocktailkirsche dazugeben. Im Gegensatz zum Film raten wir allerdings vom Mixen des Getränks in einer Wärmflasche ab. Und: „Manche mögen’s heiß“ ist wirklich so gut, wie man sagt, und klarer Filmtipp von uns! Ein cleveres Drehbuch und die unübertreffbare Schauspielleistung von Tony Curtis und Jack Lemmon garantieren einen Riesenspaß.

© Tabascoman77 / Wikimedia Commons
© Tabascoman77 / Wikimedia Commons

Vesper

Seit 2011 ist der eigens für seine Romanfigur James Bond von Autor Ian Fleming erfundene Cocktail in die offizielle Liste des Berufsverbandes von Barkeepern (IBA) aufgenommen. Etwas spät, wenn man bedenkt, dass er seinen ersten Auftritt im 1953 veröffentlichten Buch Casino Royal hatte und noch dazu durch die zahlreichen James-Bond-Filme seit Jahrzehnten berühmt und beliebt ist. „Geschüttelt, nicht gerührt“ muss der Wodka-Martini sein – wie sonst? Es war ein ironischer Tabubruch, als der neue Bond-Darsteller Daniel Craig in Casino Royal (2006) auf die Frage des Barkeepers, ob der Drink geschüttelt oder gerührt sein solle, wie folgt antwortete: „Sehe ich so aus, als ob mich das interessiert?“

6 cl Gin
1,5 cl Wodka
0,75 cl Lillet Blanc
Zitronenzeste

Genau genommen ist es aber kein Tabubruch gewesen. Denn Casino Royal ist als der erste Bond-Roman eine Vorgeschichte zu den vielen Leinwandabenteuern der Doppelnull. In Casino Royal hatte er diesen Mix überhaupt erst erfunden und benannte ihn später nach seiner Liebe Vesper Lynd.