„Ist er schon an?“ Jasmin schaut mich fragend an. „Weiß ich nicht“, antworte ich, überzeuge mich, dass der Schlüssel im Auto liegt und drücke noch einmal den Startknopf. Wieder höre ich nichts. „Herr Kavulok, können Sie mir noch einmal helfen, der Wagen springt nicht an“, rufe ich. Das fängt ja gut an: Ich sitze in einem BMW i8, einem der modernsten Hybridautos, und kann ihn nicht starten! Was mache ich nur falsch? Jonas Kavulok hört meinen verzweifelten Hilferuf, kommt zum Fahrzeug, schaut rein und lacht: „Das Auto läuft doch. Sie können einen Elektroantrieb nur nicht hören.“ Wie peinlich! Hier ist die ganze Geschichte … ( Peter Rothe)

Ich fahre heute den BMW i8. Ich will ihn im Alltag erleben und subjektiv darüber berichten, wie mein Tag mit ihm verläuft. Dafür stellt mir die BMW Niederlassung Bonn einen weißen i8 zur Verfügung. „Mit dem i8 schreiben wir Zukunft. Das Fahrzeug ist das erste einer neuen Zeit,“ erklärt mir Hauke Mörsch, Leiter der Niederlassung. „Der i8 ist bereit, seine Fahrzeugklasse zu revolutionieren. Als erster Sportwagen mit den Verbrauchs- und Emissionswerten eines Kleinwagens. Die Stärke des Plug-in-Hybrids liegt unter anderem in der perfekten Synchronisation von Elektro- und Verbrennungsmotor, die sich in höchster Effizienz und Dynamik auf der Straße bemerkbar macht. Der erste Sportwagen, der sogar den Zeitgeist beschleunigt“, macht Mörsch mich auf das Fahrzeug neugierig, das ab 130.000 Euro kostet und über 360 PS verfügt. Ich kann es kaum abwarten loszufahren.

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Nachgefragt. Ich erhalte von Herrn Kavulok eine Einführung.

Jan Kavulok, der „Elektromann“ von BMW Bonn, weist mich in der Auslieferungshalle in das Fahrzeug ein. Es ist bis in das kleinste Detail durchdacht. Zwei große Displays sind die Schnittstelle zwischen mir und dem Fahrzeug. Die Instrumentenanzeige ist sehr groß und volldigital. Die Bedienung aller Elemente ist sehr einfach. „BMW eDrive kombiniert einen gewichtsoptimierten Elektromotor vorn mit einem Verbrennungsmotor hinten. Die Vorteile beider Antriebe werden durch den Einsatz eines intelligenten Energiemanagement-Systems optimal genutzt, um maximale Effizienz zu erreichen“, erklärt mir Kavulok das Hybridkonzept. Die rein elektrische Reichweite beträgt bis zu 30 Kilometern bei einer maximalen Geschwindigkeit von 65 Stundenkilometern. Wird der Modus eDrive per Tastendruck aktiviert, sind maximal 120 Kilometer rein elektrisch möglich. Wechselt man über den Gangwahlhebel in den Modus Sport, arbeiten Elektro- und Verbrennungsmotor immer zusammen. In Schub- und Bremsphasen wird maximal Energie zurückgewonnen, um die Batterie zu laden. Im Eco Pro Modus erhöht sich die Reichweite um bis zu 20 Prozent. Im kombinierten Betrieb erzielt man eine maximale Gesamtreichweite von bis zu 600 Kilometern. Genug der Theorie – es kann losgehen. Doch stopp, da war doch noch das Problem, dass sich das Auto nicht starten lässt …

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Sportlich. Der Innenraum besticht durch sein Design.

Nachdem ich diese Peinlichkeit hinter mich gebracht habe, führt mich meine erste Fahrt in die Bonner Innenstadt zurück in die Agentur. Meine Fotografin Jasmin lasse ich im Büro zurück und lade Peter Raths, Bonner Juwelier und unser Nachbar in der Kaiserpassage, zu einer kleinen Tour ein. Gemeinsam fahren wir elektrisch zum Bonner Bogen. Wir nutzen einen kurzen Stopp am Kameha Grand Bonn, um uns den i8 einmal in Ruhe anzuschauen. So wie er da in der Sonne steht, sieht er aus, als käme er direkt aus der Zukunft. Ästhetisch, mit fließenden Linien verströmt er eine ausdrucksstarke Dynamik. Der i8 ist ein echter Hingucker. Für Carmen Geiss wäre er „der Burner“, für mich ein wunderschönes und in sich stimmiges Stück Design. Peter Raths und ich sind uns einig, das Fahrzeug ist optisch ein Traum und auch seine Eigenschaften als Elektrofahrzeug haben uns überzeugt: Das ist die Zukunft.

Zurück in der Redaktion, mache ich mir kurz Notizen für meinen Bericht und plane dann meinen nächsten Trip. Ich möchte endlich einmal schnell fahren, aber wo geht das eigentlich im Umkreis? Ich entscheide mich zu einer Fahrt nach Pulheim über die A565 und die A4. Ich starte im Modus Comfort, fahre durch die Innenstadt zum Verteilerkreis und dann auf die Autobahn. Das Auto ist sehr übersichtlich, fährt sich leicht und längst nicht so ruppig wie manch anderer Sportwagen.

Endlich bekomme ich das Verkehrszeichen 282 in die Windschutzscheibe eingespiegelt: das Ende sämtlicher Geschwindigkeitsbegrenzungen und Überholverbote. Es wird ernst. Ich drücke den Wahlhebel nach links, die Kombianzeige wird rot, als ob sich das Tor zur Hölle öffnet. Ich trete auf das Gaspedal. Der i8 klingt jetzt mit einem tiefen und angenehmen Röhren wie ein echter V8. Das Gaspedal spricht noch spontaner an. Kick-down, das E-Werk boostet mit aller Kraft, die Lenkung gibt mir ein gutes Gefühl, rasch sind 250 Stundenkilometer erreicht. Ich fühle mich absolut sicher, obwohl ich diese Geschwindigkeit noch nie gefahren bin. Es macht richtig Spaß in diesem straßentauglichen Ufo. Doch schon muss ich vom Gas runter, das freie Fahren ist wieder vorbei, 120 Stundenkilometer sind angesagt. Die Bremsen packen erwartungsgemäß kräftig zu. Der Ritt ist zu Ende, schade.

Durch die Einspiegelung der erlaubten und der gefahrenen Geschwindigkeit sehe ich, dass der i8 mich ständig verführt, etwas zu viel Gas zu geben. Das ist mit Sicherheit den geringen Fahrgeräuschen, der hervorragenden Straßenlage und der Tatsache geschuldet, dass der i8 gut am Gas hängt. Ich muss mich mehr disziplinieren!

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Komfortabel. Auch bei schnellem Tempo stimmt das Fahrgefühl.

Die ersten vier Stunden meines „i8-Arbeitstages“ sind vorbei und ein leichtes Hungergefühl stellt sich ein. Blinker links und schon parke ich vor einem bekannten Schnellrestaurant. Nach kurzer Order am Tresen sitze ich am Fenster und esse mit Blick auf „mein“ Auto. Nein, bitte nicht! Ich hatte den Wagen wegen der Flügeltüren in die mittlere von drei freien Parktaschen gestellt. Jetzt parkt ein Auto daneben, wie soll ich da wieder einsteigen. Und schon stellt sich ein anderes Fahrzeug auf die Beifahrerseite. So ein Pech. Vorsorglich schaue ich mir die Fahrer an und fixiere ihren Sitzplatz im Lokal. Falls ich nicht ins Auto komme, kann ich sie bitten, ihre Autos wegzufahren. Hoffentlich muss das nicht sein. Alles geht gut. Die Flügeltüren benötigen weniger Platz, als man erwartet. Ich steige problemlos ein und weiter geht es in Richtung Kölner Innenstadt.

Ich wähle den Modus Eco Pro, damit sich die Batterie möglichst schnell durch die Rückgewinnung regeneriert. Ich möchte schließlich noch einige Elektrorunden durch Köln drehen. Vollbremsung. Was war das? Warum hat mich der Bergheimer Familienbolide mit seinen 110 PS auf der Autobahnauffahrt geschnitten? Keine Ahnung. Mein i8 hat aber sofort die brenzlige Situation in der Anzeige signalisiert. Gut gegangen. Das war auf der gesamten Strecke aber auch der einzige Versuch, den i8 zu bedrängen. Dabei fällt mir auf, dass ich mit noch keinem anderen Auto so viele freundliche Menschen getroffen habe und sogar fotografiert worden bin. Nach sechs erlebnisreichen Stunden trete ich die Heimreise nach Bonn an. Dort erwartet mich noch ein fahrerisches Highlight.

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Futuristisch. Louis Vuitton hat sich mit BMW i zusammengetan, um für den BMW i8 ein aus Carbonfaser gefertigtes Gepäck-Set zu schaffen.

Der i8 muss rückwärts in die Auslieferungshalle der BMW Niederlassung gefahren werden. Nur dort kann er geladen werden, um für die nächste Testfahrt bereit zu sein. Hier zeigt sich noch einmal die absolute Alltagstauglichkeit des i8. Das 360°-Bild der gesamten Bordkameras und die gute Übersicht durch die großen Spiegel lassen mich problemlos die relativ schmale Türe rückwärts passieren. Jetzt noch zwei Meter vorwärts fahren, Stecker rein, die Testfahrt ist beendet.

Fazit: Mein Tag mit dem i8 war riesig. Die Resonanz im Straßenverkehr war durchweg positiv. Ich habe einen echten Sportwagen kennengelernt, der mir ein dynamisches Fahrerlebnis mit den Verbrauchswerten eines Kleinwagens geliefert hat. Sein innovatives Antriebssystem und seine Leichtigkeit haben mich in allen Situationen überzeugt. Der i8 ist für mich ein realistisches Stück Zukunft. 

Fotos: RHEINexklusiv (3), BMW AG (2)