Vor 16 Jahren erfuhr der Audi TT sein Debüt: Zunächst ob seiner Optik belächelt, avancierte der Sportwagen von Audi in der vergangenen Dekade zu einer Ikone mit Stil und Anspruch. Im März diesen Jahres wurde auf dem Genfer Autosalon die neue Generation des TT vorgestellt: noch schnittiger, noch sportlicher, aber auch noch sparsamer. Ein Fahrvergnügen nicht nur auf spektakulären Routen, sondern auch bei Ausflügen in die Region – ein Hingucker immer dann, wenn er den Asphalt der Stadt unter seinen Reifen hinter sich lässt.
Vorsprung durch Innovation

Ein halbes Jahr warten hat sich gelohnt. Denn nach der Präsentation der neuen, der dritten Generation des Audi TT Anfang März des Jahres zum Genfer Autosalon, rollte der Sportwagen vor wenigen Wochen in die Autohäuser. Und begeistert vom ersten Tag an.

Denn es braucht nur wenig Fahrstrecke, zwei, drei Kurven an einem sonnigen Herbsttag im Ahrtal, und schon ist man TT-begeistert. Er ist stabil in den Kurven, lässt sich dynamisch fahren, fühlt sich aber jeden Herzschlag sicher an, liegt gut auf der Straße, wechselt mühelos vom vielleicht etwas sportlicheren Kurvenfahren ins sanfte Gleiten über Landstraßen, ins Cruisen durch die Stadt. Der TT bleibt stabil, anders als man es von einem Frontantriebler erwartet. Der neue Audi TT ist eine Positionsbestimmung und eine Ansage der Autoschmiede, ein Statement und ein Ausrufezeichen für den Besitzer.

Den Audi TT gibt es zunächst in der 2.0-TDI-Variante mit 184 PS und einem 2.0-TFSI-Motor, der eine Leistung von 230 Pferdestärken hat, oder mit durchzugsstarken 310 PS als Audi TTS. Der Dieselmotor ist erstmals auch mit Frontantrieb erhältlich. Der Allradantrieb „Quattro“ ist beim TTS inklusive, bei den beiden schwächeren Motorvarianten als Option erhältlich. Bei diesen Neuerungen unter der Motorhaube ist es erstaunlich, dass sich am Design des Wagens kaum etwas änderte. 

Der markante Tankdeckel und die Auspuffanlage mit zwei mittigen, runden Endrohren sind TT-Design-Klassiker, vor allem aber auch die runde Dachwölbung. Das Redesign liegt in kleinen, auffälligen Details: So sind die Scheinwerfer und der breite Kühlergrill des neuen TT kantiger gestaltet, geben dem Wagen mehr Unverwechselbarkeit im Gesicht. Am Heck wurde die dritte Bremsleuchte unterhalb des ausfahrbaren Heckspoilers über die gesamte Breite der Heckklappe gezogen und zwischen die Heckleuchten integriert. Für mehr Design. Für mehr Sicherheit.

Dafür sorgen nicht nur bei Dunkelheit auch die serienmäßigen Xenonscheinwerfer, die bei Aufpreis gegen LED oder Matrix-LED-Scheinwerfer getauscht werden können. Die Matrix-LEDs haben zwölf einzelne Leuchtdioden, die das Fernlicht stufenlos leuchten lassen. Die Rückleuchten sind stets in LED-Technik ausgeführt. Erstmals haben sie eine „Licht am Tag“-Schaltung. In Verbindung mit den beiden LED-Varianten gibt es ein dynamisches Blinklicht, das in Abbiege-Richtung leuchtet. Vor allem ist der neue Bolide leichter geworden, um ganze 50 Kilogramm. Die Ingolstädter verbauen mehr Aluminium denn Stahl.

Das entscheidende Remake aber gibt es im Cockpit – und das braucht viel Fingerspitzengefühl. Die Audi-eigene Entwicklung des „Virtual Cockpit“, die bereits im vergangenen Jahr in Las Vegas präsentiert wurde, lenkt nun auch den TT-Steuermann. Auf dem knapp 30 Zentimeter großen Bildschirm, der hinter dem Lenkrad positioniert ist, fahren die Ingolstädter Hightech vom Feinsten auf. Jede Information, die der Fahrer braucht, kann auf dem Display aufgerufen werden. Das System wird feinfühlig über ein Sensorfeld und sechs Tasten bedient – oder per Sprachsteuerung bzw. Touchwheel.

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Fahrgefühl auf Knopfdruck gestaltbar

Das Fahrgefühl gleicht eher dem eines Piloten der Landstraße denn eines Kutschers, der von A nach B kommen möchte. Eben: Vorsprung durch Technik, durch Information und Innovation. So lässt Audi den Fahrer in eine völlig neue Welt einsteigen, in ein völlig neues Fahrgefühl. Obwohl man im TT jetzt so tief sitzt wie noch nie, wähnt man sich über den Dingen. Das liegt am extrem flachen Cockpit, denn es fehlen sämtliche sonstigen Anzeigen oder Bedienelemente. Es gibt kein klassisches Radio- oder Navigationsdisplay in der Mittelkonsole mehr, sondern einzig das Display, das den Beifahrer völlig außen vor lässt, weil es für ihn kaum einsehbar ist. Doch er ist ja auch nur Beifahrer. Sie oder er darf die Klimaanlage bedienen. Und der Fahrerin oder dem Fahrer vertrauen. Beide sitzen auf Sportsitzen mit integrierten Kopfstützen oder als Sonderausstattung auf S-Sportsitzen mit pneumatisch einstellbaren Sitzseitenwangen. Der Kofferraum des Coupés wurde um 13 Liter auf 305 Liter vergrößert, die Rücksitzlehnen lassen sich geteilt umklappen. Standard.

Doch beim Fahrspaß haben die Ingolstädter nachgelegt: Das Drive-Select-System ermöglicht, verschiedene „Fahrmodi“ einzustellen – von sportlich über komfortabel bis effizient. Das System wirkt sich unter anderem auf die Gaspedalannahme, die Lenkung, die Klimaanlage, das Fahrwerk und auch den Motorsound aus. Erstmals wird auch der „Quattro“-Allradantrieb durch das System verändert, je nach Fahrsituation mehr hecklastig oder sogar zeitweise abgeschaltet, also nur mit Frontantrieb. Weitere technische Neuheiten sind die elektromechanische Parkbremse und die zweistufig abschaltbare Fahrdynamik-Regelung sowie Assistenzsysteme zum Parklenken und Spurhalten, zur Erkennung von Verkehrszeichen sowie für den Totwinkel. All diese Neuerungen bringen den neuen Audi TT nicht nur auf den Stand der Dinge, sondern sogar noch eine Stufe weiter. Mit einem Einstiegspreis ab 35.000 Euro begeistert das neue Modell. Der kombinierte Kraftstoffverbrauch liegt – nach Herstellerangaben – bei 5,9 Litern pro 100 Kilometer, die kombinierte Kohlendioxidemission bei 137 Gramm pro Kilometer. Die Effizienzklasse ist C.

Fotos: © Audi