Kultur

Rockabilly zum Zweiten …

Im GOP Varieté-Theater Bonn tickt die musikalische Uhr derzeit anders. Die Zeit wurde zurückgedreht. Rock ’n’ Roll versetzt die Zuschauer in Stimmung. Petticoats und gegelte Haartollen bestimmen das Bild. Rockabilly ist eine mitreißende Show mit atemberaubender Akrobatik, ganz viel Musik, Witz und Klamauk. Wir waren bereits zum zweiten Mal da – und es wird noch einen dritten Besuch geben.

Rockabilly_HulaHoopWie viel Arbeit in einer solchen Show steckt, erkennt man als Zuschauer oftmals erst, wenn man sie ein zweites Mal gesehen hat. Witze, die mit Leichtigkeit erzählt werden, kleine Gesten, ein Augenzwinkern, das Spiel mit dem Publikum – alles wirkt, als wäre es dem Ensemble gerade in den Sinn gekommen. Locker, ungeplant, natürlich. Nur alles passiert jeden Abend genauso wieder und dennoch wird dem Zuschauer das Gefühl vermittelt, dass das Zuzwinkern nur ihm gilt. Spontanität 1.000-mal geübt und einstudiert. Das ist kömödiantischer Hochleistungssport, der allein schon viel Applaus verdient hat. Doch Rockabilly hat viel mehr zu bieten als Witz und Blödelei der Lords of Comey Max Nix und Willi Widder-Nix, die als Moderatoren und Band-Leader durch den Abend führen.

Artisten aus der ganzen Welt zeigen ihr Können: Valentino Bihorac wirbelt Keulen, Bälle und Ringe durch die Luft. Anezka Bockova alias Fräulein Hildegard schwingt atemberaubend schnell das Springseil. Mit dem, wie man es als Kind praktiziert hat, hat das allerdings überhaupt nichts zu tun. Fräulein Hildegards Seilchenspringen ist modernes Rope-Skipping in Perfektion. Toni Farello fährt mit dem Einrad die Treppe hinauf und herunter, springt damit Trampolin und durch das Seilchen von Fräulein Hildegard. Igor Boutorine bedient ein Sportgerät, das gerne von kleinen Mädchen in Bewegung versetzt wird: den Hula Hoop-Riefen. Das macht er so schnell, mit mehreren Reifen auf einmal und ganzem Körpereinsatz, dass einem als Zuschauer nahezu die Luft wegbleibt. Kaum Zeit zum Atmen findet man auch bei Alexanne Raby, die mit einer ungewöhnlichen Lufttringdarbietung begeistert, und The Giurintanos, die sich auf kleinster Fläche rasend schnell mit Rollschuhen bewegen.

 

Rockabilly, GOP Theater

 

Wer an einem solchen Abend nicht fehlen darf, ist natürlich der King of Rock ’n’ Roll persönlich. Tode Banjanski alias Luigi, der charmante Rockabilly Club-Koch, schlüpft in die Rolle des unvergesslichen Elvis Presley und bringt die Herzen der Zuschauer zum Schmelzen.

 

Fotos: Frank Wilde (3)

    

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